Vorqualifizierungsjahr Arbeit / Beruf
(VAB und VABOI)

VAB

Alle berufsschulpflichtigen Jugendlichen ohne Hauptschulabschluss, die in keinem Ausbildungsverhältnis stehen und bei denen die Berufsschulpflicht nicht ruht, haben das Vorqualifizierungsjahr Arbeit/Beruf (VAB) zu besuchen.

Da diese Jugendlichen in aller Regel sehr unterschiedliche Voraussetzungen in Bezug auf ihr Leistungsvermögen und ihre Leistungsbereitschaft mitbringen, war es angezeigt, das BVJ dergestalt weiterzuentwickeln, dass sie durch eine umfassende praxisorientierte und individuelle Förderung noch wirksamer unterstützt werden können. Der aus dieser Weiterentwicklung nun hervorgegangene Bildungsgang hat die Bezeichnung „Vorqualifizierungsjahr Arbeit/Beruf“ und wird seit dem Schuljahr 2009/10 an beruflichen Schulen im Wege eines Schulversuchs erprobt.

Im Vordergrund wird dabei eine grundlegende und praxisbezogene Vorbereitung der Jugendlichen auf einen zu ergreifenden Beruf oder eine sonstige aufzunehmende Tätigkeit stehen. Dabei sollen mittels umfassender Verzahnung von Theorie und Praxis und einer Individualisierung des Lernprozesses neue Lern- und Leistungsanreize für die Jugendlichen gesetzt werden. Im Rahmen eines handlungsorientierten und projektbasierten Unterrichts in berufs- und lebensweltbezogenen Arbeitsfeldern werden den Schülerinnen und Schülern berufliches Vorwissen und praktische Grundfertigkeiten in bis zu drei beruflichen Bereichen vermittelt. Dadurch soll die berufliche Orientierung unterstützt, die Ausbildungsreife verbessert und außerdem die Fähigkeit zur Alltagsbewältigung gestärkt werden.

Durch den Besuch eines zusätzlichen Unterrichts und das Ablegen einer Abschlussprüfung können die Schüler/innen einen dem Hauptschulabschluss gleichwertigen Bildungsstand erwerben.

VABO

Das Vorqualifizierungsjahr Arbeit/Beruf mit Schwerpunkt Erwerb von Deutschkenntnissen (VABO) bereitet berufsschulpflichtige Jugendliche, insbesondere auch aus dem Kreis der nach Deutschland zugewanderten und geflüchteten Personen, auf eine berufliche Ausbildung oder auf den Besuch eines für sie geeigneten Bildungsgangs des beruflichen Schulwesens vor.

Sobald die Sprachkompetenzen es zulasse, ergänzen Betriebspraktika den Unterricht, damit die jungen Flüchtlinge den beruflichen Alltag in Deutschland kennenlernen und Einblicke in konkrete Ausbildungsberufe gewinnen können. Durch gezielte Berufsberatung werden die Jugendlichen im wichtigen Prozess der Berufsorientierung weiter gestärkt.

Der Schwerpunkt des VABO liegt auf dem Erwerb von Kenntnissen der deutschen Sprache als einer der elementaren Voraussetzungen für eine gelingende gesellschaftliche Integration im Allgemeinen und einen erfolgreichen Einstieg in das bestehende Bildungsangebot der beruflichen Schulen im Besonderen. Um die Integration der zugewanderten Jugendlichen und jungen Erwachsenen in die Regelangebote der beruflichen Bildung konzentrierter und nachhaltiger zu erreichen, wird das VABO stetig weiterentwickelt.

Die Kernelemente der Weiterentwicklung sind neben der Konzentration auf den Spracherwerb und des handlungs- und praxisorientierten Unterrichts, die Vermittlung der in Deutschland gültigen gesellschaftlichen und kulturellen Werte.

Am Ende eines Schuljahres sollen den Schülerinnen und Schülern im Rahmen einer Sprachstanderhebung Kenntnisse der deutschen Sprache mindestens auf der Niveaustufe A 2 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen (GER) bescheinigt werden können.

Die Berufsschulpflicht ist mit dem Besuch des VABO nicht erfüllt.

Die Anmeldungen für die VABO-Klassen erfolgen ausschließlich über den Schulträger.

Voraussetzungen

Abschluss

Anmeldezeitraum

  • ganzjährig
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